Hormone

Bioidentische Hormone: Was steckt wirklich dahinter?

Bioidentisch, naturidentisch, synthetisch — was bedeuten diese Begriffe? Und welche Unterschiede gibt es wirklich zwischen den Hormonpräparaten?

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Redaktion Melnovia
6 Min. Lesezeit
Bioidentische Hormone: Was steckt wirklich dahinter?

„Bioidentische Hormone“ ist ein Begriff, der viel Verwirrung stiftet — und in der Medizin sehr unterschiedlich verwendet wird. Hier eine nüchterne Einordnung.

Was bedeutet bioidentisch?

Bioidentisch bedeutet: Die Molekülstruktur ist identisch mit dem Hormon, das der menschliche Körper selbst produziert. Das Gegenteil sind synthetische Analoga — Moleküle, die dem natürlichen Hormon ähneln, aber nicht identisch sind.

Bioidentisch ≠ natürlich

Bioidentische Hormone werden im Labor hergestellt — oft aus Pflanzenstoffen wie Wildsoja oder Yamswurzel. Trotzdem durchlaufen sie einen chemischen Syntheseprozess. „Bioidentisch“ sagt nichts über die Herkunft, sondern über die Struktur.

Zugelassene bioidentische Präparate

In Deutschland gibt es zugelassene, geprüfte bioidentische Hormone:

  • Östradiol: Transdermale Gels, Pflaster oder Sprays — bioidentisch und offiziell zugelassen
  • Mikronisiertes Progesteron (z. B. Utrogest): Bioidentisch, gut verträglich, schlaffördernd

Vorsicht bei compounding pharmacies: Individuell angefertigte Hormonpräparate (z. B. Cremes aus Apotheken ohne Zulassung) sind weder standardisiert noch auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft. Offizielle Leitlinien raten davon ab.

Was ist die beste Wahl?

Für die meisten Frauen sind zugelassene, standardisierte Präparate die sicherste Option — bioidentisch sind viele davon bereits. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin darüber, welche Form und Dosierung für Ihre Situation geeignet ist.

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